Das Lab

Kennislab starts smartCITY lab – students wanted

In February 2017 Kennislab voor Urbanisme is going to start an international smartCITY-lab. Therefore we are looking for 4 – 6 motivated students from the Netherlands, Germany and out of the rest of the world, who are willing to take an internship or graduate at this lab. From now, you have the possibility to register.

2016-summerschool-zelfredzaamheid-enschede-247Kennislab smartCITY in short
1. At Kennislab SmartCITY we are doing research about how the city is changing due to the communication revolution
2. This research is used to set up a network in which we want to unite technerds and city-nerds. You are working actively on setting up this network.
3. With your team, you will be working on the development of a smartCITY-product, with which we will assist you through our Fiware-community. More..

For whom?
We are looking for four to six great students, who are currently studying a university-level programme or an university of applied science education programme from the Netherlands, Germany and out of the rest of the world who are willing to work in this lab. If you think that you are studying a relevant programme and can explain in our application form why you want to work in this lab, we are happy to send you an invitation for an interview. We are looking for independent, enterprising, smart people. Pragmatic dreamers and enthusiastic people who want to take action, have our preference. More..

Kennislab voor Urbanisme is the place for everyone who…
…wants to think and work boundlessly.
…wants out-of-the-box, but is also searching for a concrete answer.
…understands that a good business plan is just as important as a fantastic idea.
…wants a question to be answered in a different way, or by themselves.
…in short, is innovative, boundless and wants to put something into practice.
More…

How to participate
Read more information and register by filling in our application form.
Candidates which we think are interesting, will be invited for an interview in December or January. If you have questions, you can contact us via +31338700100 or j.wesselink@kennislabvoorurbanisme.nl

Bericht 2015 – 2016

Liebe Urbanisten,

Hier finden Sie der Abschlussbericht des Kennislab voor Urbanisme im Ruhrgebiet 2015 – 2016. In den vergan­genen Monaten haben insgesamt 10 Studierende aus Deutschland, Niederlande, Indien und den Vereinigten Staaten an der Frage gearbeitet, wie man aus Möglichkeitsräumen im Ruhrgebiet In­novationsräume machen kann. In diesem Abschlussbericht lesen Sie, wie wir dies gemacht haben und welche Ergebnisse erzielt wurden.

Endbericht Kennislab RuhrAber da ist mehr. Denn die vergangen Monate waren für uns als Organisation und Partner nicht so interessant, wie für die teilnehmenden Studierenden. Aber auch wir lernten von den Kulturunter­schieden zwischen den Niederlanden, Deutschland und den anderen Ländern, mit denen wir zu tun hatten. Wir wurden uns der Brille bewusst, mit der wir selbst auf die Welt schauen. Und obwohl einige von uns seit Jahren im Ruhrgebiet wohnen, sahen wir die Region auf eine neue Art und Weise. Das war eine absolute Bereicherung.

Wir lernten zum Beispiel das Ruhrgebeit als eine Netzwerkstadt kennen, in der die Gruppenkultur wichtig ist, wohingegen ein wenig mehr Individualismus gut wäre. Wir hatten Diskussionen über Innovation und darüber wie schwierig es ist, aus Wissen Business zu machen. Wir sprachen über die großen Unterschiede zwischen Arm und Reich in diesem Teil von Deutschland.

Das Kennislab voor Urbanisme wird so zu einem Querdenk-Tank, nicht alleine durch die teilneh­menden Studierenden, aber auch durch die Partner und Organisatoren. Im Lab kommen nicht nur Studierende aus verschiedenen Studiengängen zusammen, sondern treffen auch oft Professionals mit sehr verschiedenen Hintergründen aufeinander. Es ist enorm bereichernd wenn Städtebau­kundige auf gleichem Niveau mit Kommunikationsspezialisten, Architekten, Immobilienexperten, Sicherheitsspezialisten, Politikern, Beamten, Fotografen und anderen Städtemachern diskutieren können. Und das federführend aus Deutschland und den Niederlanden. Mit dem in Dortmund er­worbenen Wissen haben wir unsere eigenen Businessmodelle präzisieren können. Und wir hören das Gleiche von unseren Partnern.

Denn das ist was das Lab tut, in den Niederlanden und in Deutschland. Das Lab wirkt als ein Spie­gel, der Unterschiede vergrößert, aber auch Lösungen bietet. Es funktioniert als eine Art sonderba­res Querdenk-Tank in dem Städtemacher aus verschiedenen Teilen von Europa an den städtischen Problem von heute arbeiten.

Und das werden wir weiterhin tun.

Wir wünschen Ihnen viel Vergnügen beim Lesen,

Jan-Willem Wesselink

Thorsten Schauz

Linda Peters gewinnt den Pott voll Geld

Mit einem Pott voll Geld ging ‘Laborantin’ Linda Peters am 13. Mai nach Hause. Sie ist die Gewinnerin des Publikumspreises, der während der Abschlussveranstaltung des Kennislabs “Ein Pott voll Gold” in Dortmund, verliehen wurde. In einem gut gefülltem Kinosaal im Kulturdepot Dortmund lauschten die vier Sharks Oliver Brügge, (Montag Stiftung Urbane Räume), Joost van Leur (Gemeinde Amersfoort), Arjen Hof (FiWare Lab) und Falk Zientz (GLS Gemeinschaftsbank eG) den innovativen Ideen unserer Studentinnen.

Direkt zum Präsentation von: Linda Peters, Naomi Milstein, Julia Kölbel, Abi Hemya, Joost van Leur (gemeente Amersfoort), Arjen Hof (Fiware Lab NL)

Zwei der Studentinnen fokussierten sich auf die höchste Maßstabsebene (auf das gesamte Ruhrgebiet), um sich mit dem Phänomen des Braindrain aus dem Ruhrgebiet heraus zu befassen. Laut Julia Kölbel und Naomi Milstein ist dies die größte Bedrohung für das Ruhrgebiet. Naomi nahm dabei sehr starken Bezug auf die Wirtschaft. Ohne eine neue, aktivere Rolle der Wirtschaft (angetrieben durch Eigeninteresse) und eine Verbesserung der Lebensqualität in Verbindung mit einer Urbanisierung der Städte, wird sich ihrer Meinung nach nichts am Braindrain im Ruhrgebiet ändern. Julia Kölbel hingegen sucht die Lösung wortwörtlich vor der Tür. Sie zieht einen Vergleich zu dem, was in New York passiert ist, wo die kreative Klasse aus umliegenden Stadtteilen in die armen Viertel der Stadt gezogen ist. Übertragen auf das Ruhrgebiet scheint ihr Lösungsansatz, wohlhabende Hipster aus Düsseldorf oder Köln nach Duisburg zu holen, logisch.

Die Betrachtungen von Linda Peters und Abi Hemya liegen auf einer niedrigeren Maßstabsebene, nämlich auf den Stadtquartieren und Nachbarschaften, in denen soziale Benachteiligung überwiegt. Linda orientiert sich dabei an der Gesundheit (nicht selten schneiden diese Stadtteile auch schlecht beim Gesundheitszustand ihrer Bewohner ab) und befasste sich mit der Idee, ein leer stehendes Gartencenter in der Dortmunder Nordstadt, zu einem Lebensmittelzentrum umzubauen, in dem gesunde Nahrungsmittel angebaut, verkauft und zubereitet werden können. Abi hingegen führte eine umfangreiche Untersuchung zur Möglichkeit von ‘Upcycling’ (Herstellung von Produkten aus Abfall) bis hin zur Attraktivierung von Stadtteilzentren in benachteiligten Vierteln durch. Beide Ideen lassen sich auch auf andere Problembezirke des Ruhrgebietes übertragen.

Die anwesenden Sharks gaben ihr Feedback für die verschiedenen Ideen ab und wählten ihre bevorzugte Idee aus. Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen der Veranstaltung konnten dies ebenfalls tun. Sie konnten zu Beginn der Veranstaltung einen freiwilligen -Geldbetrag in den ‘Pott’ geben und konnten in der Pause darüber abstimmen, wer diesen Pott gewinnen sollte. Und die Wahl fiel schlussendlich auf Linda.

Zwei von den Sharks präsentieren sich auch selbst. Joost van Leur erzählte von der Neuen Stadt in Amersfoort. Im Herzen von Amersfoort, in einem ehemaligen Industriegebiet, wo bis vor kurzem, Seife und Zahnpasta hergestellt wurde, wird nun ‘De Nieuwe Stad’ gebaut. Dies wird in einer Partnerschaft zwischen der Gemeinde Amersfoort, dem Immobilienentwickler Schipper Bosch, dem Restaurationsunternehmen BOEI und der Fachhochschule Utrecht getan. Was ist das Ziel der Gemeinde mit dieser neuen Art der Gebietsentwicklung? Was passiert jetzt und ist es erfolgreich? Und was will Amersfoort von ‘De Nieuwe Stad’ lernen?

Arjen Hof erzählte uns, wie Schritt für Schritt, aus den Niederlanden eine Smart City werden kann. Wir messen, überwachen und intervieren. Die Smart City ist aus den Niederlanden eine Smart City werden kann. Und das ist interessant für das Ruhrgebiet, dass schon in vielen Bereichen Netzwerke gebildet hat.

Ein bisschen Misstrauen ist immer gut

Den größten Vertrauensbeweis erhielt ich durch einen Partner unseres Labs in Deutschland. „Wir haben gerade sehr viel zu tun. Aber melde dich in einem Jahr wieder bei uns, dann unterstützten wir die Initiative.“ Und das taten sie dann auch. So etwas habe ich bisher noch nie erlebt.

vertrauenDesto auffälliger ist es, dass in dem Lab in Deutschland so viele Diskussionen über Misstrauen geführt werden.  Über die Angst, die eigenen Ideen mit anderen zu teilen. Über die Angst, dass diese dann gestohlen werden können. Diese Angst sitzt sehr tief. Als ein Laborant ein Co-Working Konzept erarbeitete, in dem  das Teilen von Ideen ein wichtiger Bestandteil war, wurde darüber diskutiert, wie man dem Vorbeugen kann, dass jemand anderes die eigene Idee stiehlt. Als eine Studentengruppe ihr Konzept in ein Unternehmen umwandeln wollte, hatten sie ebenfalls Angst davor, dass ihre Idee gestohlen wird.

Wer auf dem sozialen Netzwerk Xing (das LinkdIn in Deutschland) aktiv ist, merkt schnell, dass dort alles moderiert wird. Vertrauen ist keine Selbstverständlichkeit und das ist oft etwas Ungewohntes für einen Niederländer. Scherzhaft vergleichen wir im Lab die deute Start-Up Szene mit einer Ansammlung von Kellern. Wohingegen die Unternehmen in Silicon Valley ihre Ideen in den Garagen entwickeln, offen für jeden, der dafür sorgen kann die gute Idee noch zu verbessern, scheinen die Deutschen in den Kellern zu beginnen. Niederländer ähneln da mehr den Amerikanern. Wir sind pragmatische Opportunisten, offen für jede neue Idee. Und in den sozialen Netzwerken sind wir die größten Plaudertaschen der Welt.

Vertrauen ist eine Grundvoraussetzung für eine gesunde Ökonomie. Je mehr wir darauf vertrauen, dass uns der andere nicht hintergeht, desto besser können wir Ideen und Projekte umsetzen. Vertrauen steigert die Effizienz. Darauf basiert unser gesamtes monetäres System, ebenso wie unsere offenen Grenzen. In den letzten Monaten konnten wir hautnah erleben wie viel Zeit (und Geld) es brauchte um diese Grenzen wieder zu schließen. Aber gerade in einem sich schnell veränderndem System ist Vertrauen schwierig. Woher weiß ich, dass ich einem neuen Dienst oder einem neuen Produkt vertrauen kann? Woher weiß ich, dass Unternehmen wie Facebook, Google und Appple mich nicht bestehlen? Was ist der Wert von etwas Neuem? Auf Veränderungen reagieren Deutsche und Niederländer unterschiedlich. Wohingegen Niederländer dem Neuen offen gegenüberstehen (denn wer dies nicht tut ist altmodisch und das ist eine Todsünde in den Niederlanden), legen die Deutschen dieses Verhalten weniger an den  Tag( folgen die Deutschen weniger diesem Lemmingverhalten)  Sie sind vorsichtiger und nehmen Veränderung dadurch erst langsam an. Das macht sie weniger innovativ.

Der pragmatische Opportunismus der Niederländer sorgt dafür, dass sich Ideen dort schnell ausbreiten können und dadurch auch schneller umgesetzt werden. Vielleicht viel schneller, als dies in Deutschland der Fall wäre. Das Vertrauen macht Niederländer flexibel, aber wir fallen dafür auch schneller auf die Klappe. Wir werden schneller betrogen.

Als geborener und in den Niederlanden aufgewachsener Mensch fühle ich mich meist sehr wohl mit unserer offenen und wagemutigen Herangehensweise. Aber  ich schätze auch die deutsche Herangehensweise. Die Leichtigkeit mit der wir sagen, dass man anderen vertrauen kann, sorgt für das Aushöhlen des Begriffes. Vertrauen würde dann Richtung Gleichgültigkeit tendieren und das ist gefährlicher als ein bisschen Misstrauen.

Jan-Willem Wesselink ist Hauptlaborant beim Kennislab voor Urbanisme

PS. Um Missverständnisse zu vermeiden, auch in den Niederlanden habe ich glücklicherweise sehr treue und ehrliche Kunden. Und diese schätze ich sehr.

13. Mai: “Pott voll Gold” – Shark Tank

Im Februar 2016 haben vier internationale Studentinnen im Kennislab Ruhr ihre Arbeit aufgenommen und sich der Frage gestellt: Wie können heutige Probleme zu Impulsen für den Metropolraum Ruhr werden und wie sehen geeignete Geschäftsmodelle dafür aus? Jetzt gibt es Antworten. Daher laden wir Sie herzlich zu der Veranstaltung „Gold-Pott – Shark Tank“ am 13. Mai nach Dortmund ein.

foto geldNach einem kurzen Rückblick auf drei Monate Kennislab Ruhr durch die Coaches des Kennislab präsentieren die Studierenden dem Publikum und potenziellen Investoren in einer „shark-tank-session“ ihre Businessmodelle für Möglichkeitsräume in der Metropole Ruhr.

Auch das Publikum kann für ihre Lieblingsvorschlag stimmen. Bei der Ankunft wird eine freiwillige Spende gefragt, die wirklich in dem Pott geht. Und der Pott geht zum Publikumsliebling

Anschließend werden zwei inspirierende Geschäftsmodelle für städtebauliche und kulturelle Impulsgeber aus den Niederlanden und Deutschland vorgestellt.

Und natürlich gibt es viel Zeit für Diskussionen, Netzwerk und grenzüberschreitenden Austausch.

Programm:
15.30 Uhr
Empfang mit Kaffee und Tee
16.00 UhrWillkommen und Rückblick auf das Kennislab
16.15 Uhr – Shark Tank Session

Mit im Pott:
4 Studentinnen präsentieren Impulsgeber:

Naomi Millstein – Stop the Braindrain!
Julia Kölbel – Eine neue Stadt im Ruhrgebiet
Abi Kaliamoorthy – Nutze die Potenziale der Nordstadt
Linda Peters – Dortmund wird gesund

3 Sharks aus den Niederlanden und Deutschland geben ihre Feedback – Und die beste Idee gewinnt einen Pott voll Gold

17.15 UhrPause
17.30 Uhr2 Geschäftsmodelle für städtebauliche und kulturelle Impulsgeber aus den Niederlanden:

  1. Zahnpasta wird Neue Stadt
    Im Herzen von Amersfoort, in einem ehemaligen Industriegebiet, wo bis vor kurzem, Seife und Zahnpasta hergestellt wurde, wird nun ‘De Nieuwe Stad’ gebaut. Dies wird in einer Partnerschaft zwischen der Gemeinde Amersfoort, dem Immobilienentwickler Schipper Bosch, dem Restaurationsunternehmen BOEI und der Fachhochschule Utrecht getan. Was ist das Ziel der Gemeinde mit dieser Gebietsentwicklung? Was passiert jetzt und ist es erfolgreich? Und was will Amersfoort von ‘De Nieuwe Stad’ lernen. Joost van Leur (gemeente Amersfoort) erzählt es uns. Mehr Infos: http://www.denieuwestad.nl/
  2. Smart Ruhrgbiet
    Schritt für Schritt, die Niederlande wird eine Smart City. Wir messen, überwachen und intervieren.  Die Smart City ist eine Netzwerk Stadt. Und das ist interessant für das Ruhrgbiet, das schon ein Netzwerk Stadt ist. Arjen Hof (Fiware Lab Niederlande), arbeitet hieran. Er zeigt uns die Erfolgsbeispiele aus den Niederlanden und dem Ausland und übersetzt sie ins Ruhrgebiet.

19.00 Uhr – Geselliger Umtrunk

Termin – 13 mei 2016 – 15:30-19:00
Veranstaltungsort:
Depot Dortmund, Immermannstraße 39, 44147 Dortmund

Die Veranstaltung wird (teilweise) in Englisch durchgeführt.

Anmeldung mit dem untenstehenden Formular

 

Shark Tank zum Abschluss des zweiten Kennislab voor Urbanisme

 

Ruhrgang gewinnt Summerschool

Der Plan Ruhrgang hat die Summerschool Sicherer Entwurf Ruhr gewonnen. In diesem Plan wird eine typische niederländische Lösung für ein internationales Problem ausgewählt: Wie soll man mit dem Risiko eines großen Chemieparks umgehen, der in der Nähe eines Wohngebiets liegt.

Summerschool Netwerk Ontwerp Veilige Omgeving Ruhrgebiet (350)

Die Summerschool fand am 24,25 und 26 Februar im Ruhrgebiet statt. Initiator war das niederländische Netzwerk Ontwerp Veilig Omgeving (zu Deutsch: Netzwerk Planung sichere Umgebung), welches als Zielsetzung hat, dass Planer externe Sicherheit in ihre räumlichen Entwürfe aufnehmen. Alet van ’t Eind, Ziehkraft des Netzwerks, sagt darüber deutlich: ‘Externe Sicherheit wird durch Planer oft als eine Belastung gesehen, während die Wirklichkeit zeigt, dass es keinesfalls schwierig oder teuer ist.‘ Dies wurde während der Summerschool deutlich, wobei die kommende Generation von Raumplanern und Vorständen dies bezüglich geschult wurde. In sechs Gruppen mit je vier Teilnehmern, suchten diese nach Antworten auf die Frage, ‘Wie machen wir das Ruhrgebiet zur sichersten Städteregion von Europa?’ Eine schier unmögliche Lösung, die mit den vielen Teilnehmer zugespitzt wurde, auf den zu untersuchenden Fall: den Chemiepark Marl. Dieses 6,5 km2 große chemische Gelände liegt nur einen Steinwurf vom Wohngebiet der Gemeinde Marl entfernt und ist mit diesem sozial als auch ökonomisch verbunden. So gesehen ist es, auch im niederländischen Kontext, ein wiedererkennbarer Fall.

Poster-Ruhrgang-volledigGraben als Win-Win
Die Gewinnergruppe (bestehend aus Matthijs Boeschoten, Marlieke Janssen, Simon Koetsier und Rani Temmink), wählte mit  Ruhrgang eine Win-Win-Situation als Lösung. Wohngebiete die nah am Chemiepark liegen, werden phasenweise abgerissen und in dem freigewordenen Bereich wird ein Graben gebaut. Dieser Graben bekommt eine erholsame Bestimmung und verstärkt so die lokale Ökonomie. Auch erhält der Chemiepark hierdurch Raum zur Ausbreitung, was einen Teil der Anschaffungskosten deckt. Die Jury (bestehend aus Alet van ’t Eind (Netzwerk ontwerp veilige omgeving) Frank Bouman (Ministerium für Infrastruktur und Umwelt), Alex de Roos (Provinz Südholland), Jan Polivka (TU Dortmund), Marc Schulten (SSR Dortmund) und Markus Schaffrath (Stadt Marl) lobten die integrale Lösung und die positive Wirkung der Lösung. Juryvorsitzende Alet van ’t Eind: ‘Die Gewinnergruppe zeigte, dass sie ein Auge für die Probleme der verschiedenen Stakeholder haben und verbinden diese auf eine sehr positive Art miteinander.’ Die Gewinnergruppe gewann hiermit einen Scheck von 2000 Euro, einen Artikel im Fachblatt BT und die Teilnahme an einem Bürgermeisterbesuch, die später im Jahr durch das Netzwerk Ontwerp Veilige Omgeving veranstaltet wird.

Summerschool Netwerk Ontwerp Veilige Omgeving Ruhrgebiet (352)

Zukunft
Die 24 Teilnehmer der Summeschool waren unter hohen Druck, sowohl Wissen über sicheres Planen sowie über das Ruhrgebiet aufzunehmen. Neben Informationen über die Gemeinde Marl und dem Chemiepark Marl erhielten sie Vorträge über die Vergangenheit und die Zukunft vom Ruhrgebiet sowie die deutsche und niederländische Annäherung an externe Sicherheit. Die Nächte wurden dafür genutzt, um an der Antwort auf die gestellte Frage zu arbeiten. Jan-Willem Wesselink, Hauptlaborant des Kennislab voor Urbanisme, war schwer beeindruckt vom Enthusiasmus der Gruppen: ‘Die meisten Gruppen haben während des dreitägigen Bootcamps nicht mehr als 10 Stunden geschlafen. Der Rest von der Zeit wurde hart gearbeitet. Ich habe hier die städtebauliche Zukunft der Niederlande kennengelernt.’

Andere Entwürfe
Die übrigen Gruppen wählten eine andere Annäherung an das Problem. So setzte Ruhr Sharing (Frank Gorissen, Ynke Hartsema, Geert Kievit und Naomi Milstein) auch auf das Evakuieren von Sicherheitszonen, aber so wollte die Gruppe den freigewordenen Raum für das Verstärken von chemiebezogener Ökonomie nutzen, wobei auf neue Betriebe und Startups gesetzt wird.

Die Gruppe Freiheit Blijheid (Suzanne Bleijenberg, Emiel Heinsbroek, Jordy Stamps und Danique Wiertsema) näherte sich an das Probleme aus Sicht der Gemeinde Marl, welches es an einem echten Zentrum fehlt. Die Gruppe stellte vor, ein neues Zentrum durch mit bottom-up Planologie zu entwickeln, das als ein Magnet für die Bewohner von gefährlichen Gebieten funktionieren kann. Der niederländische Terpe wird hierbei als Metapher verwendet. Einen vergleichbaren Ansatz wählten Abi Hemya Jayasuriya Kaliamoorthy, Tibor Rongen, Durk van der Werf und Jorrit Zuidema, die sich allerdings nicht für einen bottom-up Ansatz entschieden, sondern für einen mehr traditionellen planerischen Ansatz, um in ihrem Plan ein neues Zentrum zu entwickeln. Für den Plan ‘Be Urban’ wird die niederländische Stadt Zaanstad als Vorbild für die Gemeine Marl benutzt. Einen ganz anderen Ansatz wählten die Menschen hinter dem Plan Painting Communication, die auf das sich Bewusstwerden durch das Aufmalen von Sicherheitszonen auf den Straßen von Marl setzten. Dies soll als Folge einen freiwilligen Wegzug haben, sagen Rick Arendsen, Malini Klapper, Koen van der Gun und Matthijs Weggemans. Das Projekt Safe Garden (van Bram Djajadiningrat, Dumain Malumba, Linda Peters und Karin Snel) erinnert auf eine bestimmte Weise an den Entwurf der Gewinnergruppe. Aber hier war es nicht ein Graben, sondern ein hoch gelegener Garten der als Trennung zwischen dem Chemiepark Mark und der Stadt Marl dient. Denn mit einem Graben haben die Deutschen noch immer negative Assoziationen. So lernten die Teilnehmer bis zur letzten Minute über Kulturunterschiede zwischen Planern und Sicherheitspersonen, aber auch zwischen den Niederlanden und Deutschland.

Ich bin Naomi

Naomi MilsteinNaomi Milstein ist unsere dritte Laborantin im Kennislab Ruhr

„Ich bin Naomi, 25, aus Washington D.C. Nach meinem Studienabschluss in Amerika bin ich nach Österreich umgezogen um meine Österreichischen Wurzeln besser kennen zu lernen. Drei Jahre später mit keiner Spur von Heimweh aber eine neue Liebe für das Stadtleben, das ich zuerst in Wien gefunden habe, bin ich in Berlin gelandet.  Ich studiere derzeit Urban Management an der TU und interessiere mich für lokale und internationalen Initiativen und Wege, um die aktuellen und größten Herausforderungen des Stadtlebens zu lösen. Das Ruhrgebiet ist ein super Labor worein man sich mit diesen Fragen beschäftigen kann. So eine Praktische Erfahrung ist auch eine aufregende Ergänzung zum Seminarraum. Es freut mich sehr, dass ich beim Kennislab mitmache und auf die Chance mit neuen Leuten zusammen zu arbeiten die gleich so begeistert mit diesem Thema sind wie ich.“

Neue Laborantin Abi stellt sich vor

Hi, ich bin Jayasuriya Kaliamoorthy Abi Hemya, 23 Jahre, aus Indien. Ich habe in Indien Bachelor im Architektur studiert. Zurzeit bin ich in meinem 3. Semester des Doppel Masterprogramms „Advanced Urbanism“ an der Bauhaus-Universität Weimar und „Urban Planning and Development“ an der Tongji Universität in Shanghai. Die Erfahrung aus diesen drei Welten helfen mir verschiedene Aspekte der Stadtplanung und Entwicklung besser zu verstehen.
abi hemyaZusätzlich zu meinen Erfahrungen und Wissen aus der Hochschule möchte ich praktische Erfahrungen sammeln. In Kennislab arbeiten
internationalen Studierende,Unternehmen, Bildungseinrichtungen, Behörden und andere Institutionen zusammen. Das ist die ideale Umgebung damit ich Problemen von ihrer Entstehung an auf den Grund gehen und sie bis zu ihrer Lösung in der Praxis begleiten kann.

Nach dem Praktikum möchte ich meine Masterarbeit schreiben. Ich glaube als Teil von Kennislab ist es für mich spannend  und herausfordernd zugleich, passende Strategien und Wege zu finden wie  das Ruhrgebiet mit diesen Phänomen umgehen kann. Zusätzlich werden mir meine Erfahrung aus dem Praktikum helfen, die Lücke zwischen Universität  und Arbeitswelt zu schließen. Ich freue mich darauf zu Kennilabs‘ Projekten beizutragen und dabei neue Erfahrungen zu machen und neues Wissen zu erlangen .

Neue Laborantin Julia: Innovation & Raumplanung

Wir freuen uns das Julia Kölbel ab Februar teilnehmt am Lab Ruhr!

Julia Kölbel„Ich bin Julia, 27 Jahre alt und bin Studentin des Masterstudiengangs Sozialwissenschaftliche Innovationsforschung an der TU Dortmund. Während meines Studiums habe ich mich neben dem Thema der Innovation insbesondere mit Fragestellungen der Raumplanung beschäftigt. So beispielsweise damit, welche Probleme und Herausforderungen in post-industriellen Städten und Regionen – wie dem Ruhrgebiet – bestehen. In meiner anstehenden Abschlussarbeit möchte ich eben diese Thematiken verbinden und bin mir sicher, dass ich als Laborant im Kennislab ausreichend interessanten Input bekommen werde.

Ich freue mich Teil des Kennislab Ruhr zu sein und in einem internationalen Team genau an diese Fragestellungen anzusetzen und gemeinsam Lösungswege zu erarbeiten, die über die reine Theorie hinausgehen. Denn ich bin bereits jetzt gespannt bin ich darauf, welche Unternehmensideen hieraus entstehen werden.“