Studentenbericht #5: Geschäftsmodelle: Zum Haareraufen

Wir leiteten die Woche mit einem kleinem Gruppenbriefing ein. Ziel hiervon war es alle Gruppenmitglieder auf denselben Stand zu bringen. Unter anderem besprachen wir das Kennislab Lunch bei SSR und die Präsentation bei gestaltend am Donnerstag bzw. Freitag der vergangenen Woche, um anschließend die Diskussionsinhalte der Besprechungen und ihre Denkanstöße in unsere Geschäftsmodelle einzuarbeiten. Ausschlaggebende Fragen waren hierbei, z.B. ob Größe in sowohl räumlichen als auch wirtschaftlichen Dimensionen eine Rolle in der Konzentrierung von Innovationen spielt, inwiefern sich die kommunale Sparprogramme auf die Verfügbarkeit von Risikokapital in der Region auswirkt und welche Aktoren genau innovativ sind (die breite Masse oder eine Elite)?

Dies alles fand unter der zentralen Aufgabenstellung statt unsere Ideen weiter zu konkretisieren und in einem kompakten Absatz (Pitch) erläutern zu können. Dies taten wir in getrennten Teams und auf die verschiedenen Ideen verteilt. Zur Diskussion standen die Konzepte der ‚Pressure Cooker Kitchen‘, des ‚Innovationsnetzwerkes Ruhr‘ und der ‚App für Projektpartizipation‘. Am Ende eines intensiven Dienstagnachmittags probierten wir mit Hilfe der Kreativmethode ‚Kribbeln im Kopf‘ neue Möglichkeiten für unsere Konzepte zu erarbeiten.

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Kribbeln im Kopf: „Erwecken Sie das Produkt oder seine Umgebung zum Leben“

Am Dienstag bekamen wir die Bestätigung für ein Interview mit der Wirtschaftsförderung der Stadt Dortmund. Es galt also zunächst einen Interviewleitfaden zu erstellen. Die Kernthemen des Interviews bilden Innovation & das Ruhrgebiet, die Kommunikationsfunktion von Netzwerken und die Rolle der Wirtschaftsförderung im innovativen Milieu. Hierbei sollen Fragen behandelt werden wie: „Wie kann man Innovation am besten vermarkten bzw. vermarktet sich Innovation selbst?“, „Wie wichtig ist die Region Ruhr für die Entwicklung innovativer Unternehmen in Dortmund?“, oder „Auf welche tragfähigen Trends setzt die Wirtschaftsförderung Dortmund?“. Darüber hinaus feilten wir weiter an den Geschäftsmodellen. Wir arbeiteten mit Hilfe verschiedener Methoden, unter denen unter anderem die LeanLaunch Pad-Methode des Stanford-Professors Steve Blanks war (http://steveblank.com/2011/03/08/a-new-way-to-teach-entrepreneurship-the-lean-launchpad-at-stanford-class-1/) . Das Ziel dabei war die Ausarbeitung eines ‚Business Model Canvas‘, die genaue Definition der jeweiligen Zielgruppe und das Notieren möglicher Schwierigkeiten für die zukünftige Umsetzung der Ideen.

studentenbericht 5_2Das ‚Business Model Canvas‘

Für Mittwoch stand dann eine kritische Besprechung der ausgearbeiteten Konzepte an. Wir stellten uns die Sinnfrage (Begründung des Konzepts), rollten die Konzepte mit dem Ziel der Fehlersuche in Einzelschritten nochmal einmal neu auf, erstellten erste Kosten- und Profitrechnungen auf und machten uns auf die Suche nach vergleichbaren Produkten/Diensten um sowohl die Marktsituation als auch die Anzahl der Konkurrenten in Erfahrung zu bringen. Dieser Prozess hatte zur Folge, dass wir zwei der drei Konzepte verwarfen. Eine weitere Aufgabe für Mittwoch war es noch einmal Abstand zu nehmen vom gewählten Themenschwerpunkt des Innovationsproblems und die Schwierigkeiten im Ruhrgebiet vor dem Hintergrund des eigenen Studiengangs zu betrachten.
Dies führte dazu, dass wir zwei neue Ideen formulierten, welche wir gemeinsam mit der beibehaltenen Idee des Ideenraums am Freitag unseren Begleitern präsentieren wollten. Darunter ein Tourismusangebot für die Region Ruhr, welches in seinem Charakter vor der Industrialisierung ansetzt und durch die vielfältigen Gewinnmöglichkeiten der einzelnen Kommunen Anreize zur Zusammenarbeit auf administrativer Ebene setzt (es kamen 2014 immerhin ca. 3,7 Millionen Besucher ins Ruhrgebiet): Hin zu einem Ruhrgebiet, quasi. Aber auch die Idee eines ‚Venture Capital-Pool Ruhrgebiet‘, in dem lokale Mittel- bis Kleinbetriebe in innovative Start-ups investieren können indem sie Risikokapital zur Verfügung stellen und damit ihre Gewinnstrukturen auf ein drittes Standbein stützen können.

Donnerstag galt es dann die nötigen Vorbereitungen für die Besprechung am Freitag zu treffen. Formulierungen mussten den letzten Feinschliff bekommen, unterschiedliche Auffassungen aus der Welt geräumt und eine Präsentation vorbereitet werden. Zudem kontaktierten wir noch „Die Urbanisten“ aus Dortmund wegen eines möglichen Interviews

Studentenbericht 5_4Studentenbericht 5_3Die Ergebnisse unserer Besprechung am Freitag

Diese Vorbereitungen wieder einmal in einer interessanten Diskussion mit den Begleitern: „Wie vermitteln wir den Partnern beim anstehenden Kenniscafé unsere Ideen?“, „Warum machen wir was wir machen?“, und „Wie genau kommt der Druck auf den Kochtopf in der ‚Pressure Cooker Kitchen‘ her?“. Alle diese Fragen wurden, neben den organisatorischen Dingen sowie z.B. die Planung des Cafés, behandelt. Hinzu kamen wieder die deutlichen Aufgabenstellungen für die folgende Woche, nach denen wir die letzten Tage so verzweifelt gesucht haben. Ein produktiver Tag also.

Geschäftsmodelle zu entwickeln kann ganz schön anstrengend sein!

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